Frequent Questions

Sie können diese Fragen und Antworten zur Vorbereitung Ihres Interviews nutzen. Bevor Sie die Antworten in einen Artikel übernehmen bitten wir um Kontaktaufnahme. Bitte achten Sie darauf, den Sinn der Antworten nicht zu entstellen und nennen Sie die Quelle (den Verein Abgefahren e.V., die Vereinswebseite abgefahren-ev.de bzw. die jeweils angegebenen Autoren). Die Antworten von http://abgefahren-ev.de sind lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung 4.0 International Lizenz.

Funktioniert Trampen überhaupt noch?

Ja, auf jeden Fall. Trampen funktioniert sogar ziemlich gut. In den Europäischen Städten ist es kein Problem mitgenommen zu werden. Auf den Autobahnen sind so viele Autos wie noch nie unterwegs. Trampen kann so gut und schnell funktionieren, dass man oft sogar schneller als die Bahn ist.

Warum sieht man auf den Straßen keine Tramper mehr?

Das Trampen hat heute nichts mehr mit langen Warteschlangen zu tun. Steht man an einer guten Stelle zum Anhalten für den Fahrer, kommt man auch ziemlich schnell weg. Und ist man einmal auf der Autobahn fragt man Fahrer an den Raststätten.

Tramper verteilen sich also sehr schnell auf die Tankstellen, denn das Mitnehmen dort geschieht wesentlich schneller. Viele Tramper kann man vor allem im Sommer an Tankstellen wiederfinden.

Gibt es neue Trends beim Trampen?

Während des Trampens oder zur Vorbereitung wird das Internet wird oft als Hilfsmittel verwendet. Es gibt beispielsweise Ortsdatenbanken (siehe Projekte), in welchen gute Trampstellen in Städten eingetragen und mit der Erfahrung anderer Tramper verknüpft werden. Auch der direkte Erfahrungsaustausch zwischen Trampern wird durch das Internet (E-Mail, Mailinglisten, Foren, soziale Netzwerke) vereinfacht, vor allem über große geografische Distanzen.

Manche Tramper nutzen ausschließlich digitale Karten auf einem Laptop oder Smartphone. Vor allem auf langen Strecken hat die klassische Landkarte jedoch den Vorteil, dass man nicht von der Akkuladung bzw. von einer Internetverbindung abhängig ist. Jedoch wird es zunehmend schwieriger, gute Straßenkarten zum Trampen zu finden. Eine gute Karte macht vor allem aus, dass Raststätten mit Bezeichnung und Lage (ggf. nur auf einer Seite der Autobahn) eingetragen sind.

Viele Fahrer lassen sich inzwischen fast blind und ohne nachzudenken von Navigationsgeräten leiten. Wenn man Fahrer an einer Autobahnraststätte fragt, ob sie einen in Richtung xyz mitnehmen, hört man sehr oft “Ich weiß nicht ob ich da vorbeikomme. Ich fahre so wie das Navi sagt.” Manchmal nimmt das sehr groteske Züge an, wenn Fahrer noch nicht einmal wissen, in welche Himmelsrichtung sie unterwegs sind.

Eine gute Möglichkeit zum Austausch von Trampern untereinander sind Trampertreffen (sog. Gatherings, z.B. hitchgathering.org) oder Tramperrennen (z.B. Deutsche Meisterschaft im Trampen). Diese werden fast ausschließlich über Mundpropaganda und im Internet organisiert.

Trampen Männer häufiger als Frauen?

Das Verhältnis ist sehr ausgeglichen. Interessant wird es, wenn zwei Tramper gemeinsam unterwegs sind. Ein Paar aus Frau und Mann oder zwei Frauen wird häufiger mitgenommen als zwei Männer.

Wer nimmt häufiger Tramper mit: Männer oder Frauen?

Männer nehmen häufiger Tramper mit. Das mag allerdings daran liegen, dass mehr Männer allein als Fahrer unterwegs sind.

(2012 lag der Frauenanteil an allen Führerscheinen bei 35%.)

Gibt es regionale Tramperschwerpunkte?

Trampen ist in der Nähe großer Städte und in sehr ländlichen Gegenden einfacher als in Gegenden mit vielen kleineren Städten. Unterschiede zwischen Nord/Süd oder Ost/West gibt es in Deutschland nicht. Im Allgemeinen ist das Trampen in der Nähe von Universitätsstädten verbreiteter, was sich natürlich auch positiv auf das Mitnahmeverhalten auswirkt.

Ist Trampen gefährlich?

Gefährlicher als was? Es ist nicht viel gefährlicher als nachts allein durch die Straßen zu laufen.

Als Tramper legt man üblicherweise weite Strecken zurück. Die Fahrer haben dann also schon ein Ziel, das Sie erreichen wollen. An Tankstellen oder auf Autobahnraststätten kann man die Fahrer ansprechen. Das ist ziemlich sicher und man hat oft genügend Zeit sich zu überlegen ob man selbst mitfahren möchte oder nicht. Immer gilt, dass man auch als Tramper Nein sagen kann, das nächste Auto kommt bestimmt.

Gibt es eine “Hitliste” der Pkw-Marken, die Tramper eher mitnehmen?

Fahrer aus allen Gesellschaftsschichten nehmen Tramper mit. Insofern lassen sich keine Trends in Bezug auf Pkw-Marken ableiten. Statt dessen haben wir eine Liste besonderer Verkehrsmittel:

  • Anhänger an einem VW-Bus (in Belgien – Willi, 23, Student, Jena)
  • KFOR-Jeep (im Kosovo – Kristian, 31, Angestellter, Augsburg)
  • Kamaz-LKW (in Russland – Jona, Student, Magedburg)
  • Motorrad (der Fahrer hatte einen zweiten Helm dabei) (in Bayern – Kristian, 31, Angestellter, Augsburg)
  • Pferdefuhrwerk (in Rumänien – Kristian, 31, Angestellter, Augsburg)
  • Porsche Panamera (von Mailand nach Rom – Willi, 23, Student, Jena)
  • Smart (in Italien – Kristian, 31, Angestellter, Augsburg)
  • Tandem (“Mich nahm jemand auf einem Tandem mit, der einen Freund abholen
    wollte.” – in Deutschland, Erik)
  • Traktor (in Österreich – Willi, 23, Student, Jena)

Fragen, die noch beantwortet werden müssen

Bis dahin können Sie diese Fragen ja auf Ihre Fragenliste schreiben. ;-)

Haben die Tramperzahlen tatsächlich wieder zugenommen? Lässt sich das irgendwie festmachen?

Wird Trampen eher als Freizeitvergnügen betrachtet, oder als ernsthafte Fortbewegungsalternative anstelle des eigenen Autos, Bahn oder Mitfahrzentrale?

Nehmen auch Lkw-Fahrer Tramper mit, oder sind gewerbliche Kraftfahrer generell zurückhaltender (weil sie es vielleicht nicht dürfen)?

Anekdoten von Trampern