Das erste Mal

Zieh’s einfach durch!

Wenn du zuvor noch nie gestramt bis, musst du erst einmal die „Angst vor dem ersten Mal“ überwinden. Jeder Anhalter muss da durch. Das erste Mal, wenn man am Straßenrand steht und den Daumen raus strecken will, merkt man wie das Herz plötzlich schneller klopft.

Das ist natürlich leichter gesagt als getan. Du kannst dich allerdings gut vorbereiten in dem du dir eine Karte der betreffenden Gegend kaufst, indem du dir gute Tipps geben lässt oder sogar mit anderen Anhaltern Kontakt aufnimmst. Sei dir sicher, dass du weißt was mit einer guten Stelle (engl. spot) gemeint ist und versuche schon vorher herauszufinden wo auf deiner Route solche Stellen sind. Das machst du am Besten, indem du dir eine Karte oder sogar ein Satellitenbild zur Hilfe nimmst. Schau dir dein Outfit an und versuche wie ein Anhalter zu wirken.

Das erste Mal als Anhalter unterwegs zu sein soll nicht heißen, dass man einen kleinen Trip von zu Hause in die nächste Stadt macht – aber mit solchen kleinen Trips zu starten sollte helfen um mit der Situation klar zu kommen, sich ein wenig Einzugewöhnen und die nonverbale Sprache zwischen Autofahrern und Anhaltern auf sich wirken zu lassen. Nimm dir nicht gleich Österreich–Spanien vor, versuche eher von Stuttgart nach München zu kommen. Such dir die beste Strasse aus und geh eine Weile auf ihr, probiere eine überaus passende Stelle zu finden, von der du deinen Lift abwartest. Du wirst sehr schnell erkennen, ob die Fahrer dich ignorieren oder dich wirklich nicht sehen.

Ist die Stelle unpassend, geh‘ noch einige Meter, vielleicht ist es dort dann besser. An deinem Spot sollte dich jeder gut sehen können. Achte immer auf deine Sicherheit, stoppe besser bei Tag – besonders wenn du noch unerfahren und verunsichert bist. Bedenke, dass ein Auto nicht einfach so von einer Sekunde auf die andere stehen bleiben kann. Achte darauf, dass ein Wagen der dich mitnehmen möchte, genug Platz hat um gefahrlos stehen zu bleiben. Dabei gilt: je schneller der Verkehr, desto mehr Platz zum Stehenbleiben muss gegeben sein. Ansonsten wirst du sehr lange warten müssen.

Manchmal passiert es, dass du stundenlang nur wartest und kein Fahrer nimmt dich mit. Das kann mehrere Gründe haben: Schlechte Stelle? Ist viel Verkehr? Denkt sich jeder, dass der nächste bestimmt hält? Kann niemand gefahrlos stehen bleiben? Sind alle Fahrzeuge mit Familien vollgepackt? Siehst du aus wie Satan? Die Liste an möglichen Gründe ist endlos, doch um dich zu beruhigen gibt es da eine universelle Regel:

Irgendwo ist da Irgendwer der mich mitnehmen wird. Die einzige Frage ist, wann das der Fall sein wird. Aber wie Einstein einst zu sagen pflegte: Alles ist relativ. Und das schließt die Zeit ein.